10 Typische Michael Bay-ismen

Movie project transforms Holloman1)      Alte Dinge / Alte Menschen sind lächerlich und nur im Weg
Sei es der alte VW Käfer (die Fahrzeugform von G1 Bumblebee), die im 2007er Kinofilm von Movie Bumblebee kaputt gehauen wird, die alte Mama des Gebrauchtwagenhändlers im gleichen Film, der alte Kinobesitzer mit den Windeln im aktuellen „Ära des Untergangs“ Film oder die weitläufige Zerstörung eines Altenheims in Bad Boys II. Wenn es alt ist, dann muss man sich drüber lustig machen und/oder es zerstören.

2)      Alle Frauen sind sexy Schlampen
Die weibliche Hauptrolle in jedem Michael Bay Film wird garantiert erstmal nackt bis halbnackt präsentiert. Von Carly in Dark of the Moon sehen wir als erstes den Hintern, Tessa in „Ära des Untergangs“ steigt in kurzen Shorts aus einem Auto voller leichtbekleideter Mitschülerinnen aus (gespielt von Models um die 30), Mikaelas Motorhauben-Szene mit Bumblebee dürfte allseits bekannt sein und selbst Decepticons müssen Schlampen sein, wenn sie sich als heiße College-Mädels tarnen (siehe Transformers die Rache), auch wenn das für die Handlung null Sinn macht. In Michael Bays Welt sind eben alle Frauen sexy Schlampen, von den Hauptpersonen bis zu den Komparsen… außer sie sind alt und lächerlich, dann siehe Punkt 1.

3)      Trottelige Kumpels
Neben der sexy Schlampe hat der Held in einem Michael Bay Film garantiert auch den trotteligen Kumpel dabei, der entweder draufgeht (TJ Miller in „Ära des Untergangs“) oder ständig nur blöde Faxen macht, wie auf Bäume zu steigen (Transformers 2007), sich selbst mit dem Taser zu treffen (Transformers die Rache) oder bei einer extrem wichtigen Mission plötzlich ohne erkennbaren Grund völlig abzudrehen (Armageddon). Und natürlich sind sie meist auch noch dafür zuständig, in möglichst unpassenden Momenten zu bemerken, wie sexy doch die Schlampen sind (siehe Punkt 2), auch wenn die noch minderjährig und ggf. die Tochter des besten Freundes sind.

4)      Gewalt bis zum Exzess, aber kein Blut
Sei es der CIA Agent, der den Reifen eines springenden Autos ins Gesicht kriegt (Ära des Untergangs), der ins Gesicht getaserte Fiesling in Pain & Gain oder die zahlreichen Zerfetz-Szenen aus den Transformers Filmen. Gewalt, klar. Ganze Städte werden eingeebnet, Wolkenkratzer knicken um, Leute stürzen ab, aber niemals ist Blut zu sehen. Menschen spucken und schreien, Transformers verlieren Öl oder sabbern, aber niemand blutet, nicht mal wenn Menschen von riesigen Robotern durch die Luft gewirbelt und nach dem Durchbrechen eines Lastwagens wieder aufgefangen werden. Ganz ehrlich? Dem CIA Typen in Ära des Untergangs hätte es das ganze Gesicht wegfetzen müssen. Brauch‘ ich sowas? Ganz bestimmt nicht, aber dann lasst solche Szenen lieber ganz weg anstatt sie künstlich und unglaubwürdig auf FSK12 Niveau runterzuschrauben.

5)      Rassistische Stereotypen
Laut Hollywood besteht die Welt (bzw. das Universum) ja eh zu min. 90% aus weißen, heterosexuellen Männern. Ist nichts neues. Aber wenn mal die Minderheiten dabei sind (also nicht Frauen, die sind ja schon mit den Sexy Schlampen abgedeckt) dann garantiert in ausgewogener, realistischer Form… ach, glaubt mir eh keiner. Seien es die coolen schwarzen Cops in Bad Boys, die Kung-Fu beherrschenden Chinesen in Ära des Untergangs, die Analphabeten-Roboter mit Goldzähnen aus Transformers die Rache oder der in Haikus sprechende Samurai-Roboter (ebenfalls Ära des Untergangs), in jedem Michael Bay Film findet sich mindestens ein rassistischer Stereotyp, eher mehrere.

6)      Pipi-Kaka-Humor
Egal wie ernst der Film, es muss Humor rein. Und unter Humor versteht ein Michael Bay rammelnde Hunde, rammelnde Roboter, pinkelnde Roboter, Roboter mit Stahl-Klöten, also so ziemlich alles was im weitesten Sinne mit einem Penis zu tun hat.

7)      Nahaufnahmen mit Wackelkamera
Wann immer eine Action-Szene kommt (und die kommen in Michael Bay Filmen eigentlich ja ständig) dann wird ganz, ganz, gaaaaaanz nah rangezoomt, damit man auch ja nicht erkennen kann, was da wirklich abgeht, und die Kamera wackelt wie betrunken. Das ist realistisch, Leute! Da kriegt man doch das Gefühl mitten drin zu sein, oder? Oder? Na gut, seit 3D und IMAX ist auch ein Michael Bay gezwungen, ab und zu mal etwas ruhiger zu filmen und vielleicht auch mal eine Totale einzubauen. Manchmal. Aber die Helikopter in Slow-Mo und die von unten gefilmten Aus-dem-Auto-aussteigen Szenen sind garantiert immer noch drin.

8)      Militär ist geil, geil, geil!
Panzer, Kampfjets, Flugzeugträger, riesige Wummen, Soldaten in voller Montur, und so weiter und so fort. Wenn es militärisch ist (am besten US-militärisch), dann will es Michael Bay in seinen Filmen drin haben. Leider will das US Militär ja nicht mehr mit ihm, weswegen es im vierten Transformers Film (anders als in Teil 1 bis 3) keinen großen Aufmarsch an militärischer Hardware gab, keine offensichtliche Rekrutierungspropaganda und deutlich weniger „USA! USA! USA!“. Das hat ihn glaube ich schon sehr geschmerzt. Dafür aber mindestens zwanzig Nahaufnahmen von amerikanischen Flaggen, am besten im Wind wehend und/oder bei Sonnenuntergang.

9)      EXPLOSIONEN!!!

10)   Logik und Story-Zusammenhang sind nicht im Vordergrund.
Eigentlich ein Zitat von Ehren Kruger, Drehbuchautor bei 3 der 4 Transformers Filme, das aber eigentlich auf so ziemlich alle Bay Filme zutrifft. Wenn es eine coole Actionszene gibt, wo Zeug in die Luft fliegt, Jets durch die Luft kreischen und Sexy Schlampen in Zeitlupe um ihr Leben rennen, dann ist Michael Bay das Warum völlig egal und er geht davon aus, dass es den Zuschauern auch egal ist. Und scheinbar hat er ja durchaus recht damit, sonst wären seine meist völlig inkohärenten, schlecht geschnittenen und zusammenhangslosen Filme nicht so erfolgreich.

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